Notrufsäule am WSZ Sandhofsee Neuss – Erster Standort in NRW

Am Wassersport-Zentrum Sandhofsee in Neuss ist die erste von mehreren geplanten Notrufsäulen für NRW in Betrieb genommen worden.

Andreas Mihm von der Björn Steiger Stiftung mit Ulrich Ziegler, Vorsitzender von Pulchra Amphora e.V. Neuss.  Foto: Ulrich Ziegler

Wenn es am Wassersport Zentrum zum Notfall kommt – ein Tauchunfall,  Herzstillstand,  Wasserrettung o.ä. -, ist schnelle Hilfe gefragt.
Notruf absetzen, 112 wählen – aber wie ohne Handy? Denn häufig ist das Handy wegen der Sportart „Wassersport“ außer  Reichweite oder auf dem Parkplatz im Auto deponiert.

Obwohl es hohe Sicherheitsmaßnahmen von allen Wassersport-Vereinen am Sandhofsee gibt, ist Ulrich Ziegler jetzt noch ein Stück beruhigter. Leider ist die Notrufsäule zu einer Zeit installiert worden, wo es leider keinen Betrieb durch Corona gibt. Aber dies wird sich ja hoffentlich auch mal wieder ändern.

Optisch sind die Säulen rot und weiß gehalten und stechen farblich hervor. Technisch sind sie wartungsfrei. Beim Absetzen eines Notrufs sendet die Säule ein Leuchtsignal aus und übermittelt per GPS ihre genaue Position. Dies hilft alarmierten Rettungskräften, schnell zum Notfallort zu finden. An Nachtbeleuchtung wurde ebenfalls gedacht. Die Bedienung der Säule erfolgt per Knopfdruck und ist einfach gehalten. Die Sprachqualität ist sehr gut, Funkanbindung ist über das LTE-Netz garantiert. Betrieben werden die Säulen über Solarenergie, auf Erdkabel kann verzichtet werden

So funktionieren die Notrufsäulen

Bei den Notrufsäulen an (Bade-) Seen handelt es sich um eine komplette Neuentwicklung, betonte Andreas Mihm, Projektmanager Notrufsäulen bei der Björn-Steiger-Stiftung die Funktionsweise. Sie sind autark, funktionieren mit Solarstrom und Akku und benötigen keinerlei Wartung. Sie sind auch an den abgelegensten Standorten einsatzfähig, da sich keinen Stromanschluss oder gar Telefonanschluss benötigen. Wohl aber eine mobile LTE-Verbindung. Jeden Tag melden die Säule der Björn-Steiger-Stiftung, ob sie einsatzbereit ist. „In den Notrufsäulen steckt 40 Jahre Know-how in der Umsetzung der Notruftechnik“.

Dazu gehört beispielsweise, dass sich die Wache an einem weitläufigen (Bade-) See per App auf die Notrufsäule aufschalten kann und zeitgleich mit der Rettungsleitstelle über den Notruf alarmiert wird. Auch ein Rettungsschwimmer, der seine Zeit gerade am See verbringt, könnte sich aufschalten, um im Notfall schnell vor Ort zu sein.

Eine solche Notrufsäule ist nicht billig. Rund 4.000 Euro kostet eine Säule über zehn Jahre gerechnet. „Wir suchen Sponsoren!“ sagte Andreas Mihm. In der Pilotphase sind zunächst ausgesuchte Standorte vorgesehen. Neuss war der erste Standort. Zwei weitere Säulen folgen am Rursee.

„Wir wollen das Projekt Schritt für Schritt ausweiten.“

Björn-Steiger-Stiftung

Die Björn-Steiger-Stiftung ist von 50 Jahren von Ute und Siegfrid Steiger gegründet worden, nachdem ihr Sohn Björn nach einem Verkehrsunfall gestorben nicht. Nicht an seinen Verletzungen, sondern am Schock. Der Rettungsdienst war viel zu spät vor Ort. In den vergangenen fünf Jahrzehnten hat sich der Rettungsdienst deutlich verbessert, wozu die Stiftung einen maßgeblichen Beitrag leistete. So gehen die einheitlichen und kostenfreien Notrufe 110/112 nicht zuletzt auf die Initiative der Steigers zurück. Auch die Notrufsäulen an entlang der Straßen zählt zu den Verdiensten der Björn Steiger Stiftung wie auch die Einführung des Sprechfunks in Krankenwagen oder der Aufbau der Luftrettung.